Chili

20. Mai 2015

Die Chilipflanze stammt ursprünglich aus Zentralamerika. In der mexikanischen Küche ist sie seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Zutaten. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde sie von spanischen und portugiesischen Händlern und Entdeckern im Rest der Welt verbreitet. Heute wird Chili in vielen Teilen der Welt angebaut.

paprika

Es existieren verschiedene Sorten der Chilipflanze. In der Regel hat sie einen stabilen Holzstamm und wird etwa einen Meter hoch. Sie trägt weiße Blüten, aus welchen sich anschließend Fruchthülsen unterschiedlicher Größe, Form, Farbe und Schärfegrad entwickeln. Je nach Sorte reicht ihre Schärfe von mild und fleischig (mexikanischer Paprika) bis feurig und klein, wie etwa die extrem scharfen indischen Bhut Jolokia Chilis.

Die Schärfe der Chili wird in „Scoville“ (SHU) bemessen. Auf der Scoville-Skala hat etwa die süße Paprika 0 SHU, eine Jalapeño etwa 2500-4000 SHU, die mexikanischen Habaneros schwanken zwischen 200.000 bis 500.000 Einheiten und die indische Bhut-Jolokia erreicht Werte von über einer Million Scoville.

Im Inneren haben Chilis zahlreiche kleine, weiße oder cremefarbene, runde oder flache Samen. Man kann die Chilis ernten, wenn sie noch grün sind oder man wartet ab, bis sie komplett reif (rot) geworden sind.

Chilis haben einige gesundheitsfördernde Eigenschaften. Das enthaltene Capsaicin verleiht ihnen nicht nur einen würzigen Charakter, sondern hat auch antibakterielle, anti-karzinogene, analgetische und antidiabetische Eigenschaften. Es wurde auch festgestellt, dass es den Cholesterinspiegel bei übergewichtigen Personen reguliert.

Frische Chilischoten, ob rot oder grün, sind reich an Vitamin-C. 100 g frische Chilis bieten etwa 143,7 µg oder etwa 240% des Tagesbedarfs einer erwachsenen Person. Vitamin C ist ein starkes wasserlösliches Antioxidans. Es ist für die Kollagensynthese im menschlichen Körper erforderlich hält Blutgefäße, Haut, Organe und Knochen gesund. Der regelmäßige Verzehr von Lebensmitteln, die reich sind an Vitamin C, trägt zum Schutz von Skorbut bei und macht resistent gegen Infektionserreger, fördert das Immunsystem und „spült“ schädliche freie Radikale aus dem Körper.

Auch Vitamin-A und Flavonoide wie ß-Carotin, α-Carotin, Lutein, Zeaxanthin und Cryptoxanthin sind in der Chili enthalten. Diese antioxidativen Substanzen schützen den Körper unter anderem vor stressbedingten Krankheiten.

Chilis sind zudem reich an Mineralstoffen wie Kalium, Mangan, Eisen und Magnesium. Etwa Kalium ist gut für das Herz und den Blutdruck. Auch einige B-Vitamine sind in der Chili enthalten, wie Niacin, Pyridoxin (Vitamin B-6), Riboflavin und Thiamin (Vitamin B-1).

Chilischoten beinhalten erstaunlich hohe Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen (% der empfohlenen Tagesdosis):

  • 240% Vitamin-C (Ascorbinsäure)
  • 39% der Vitamin B-6 (Pyridoxin)
  • 32% Vitamin A
  • 13% Eisen
  • 14% Kupfer
  • 7% Kalium (ohne Cholesterin)

Chilischoten verbrennen zudem Fett im Körper. Wird fettreiche Nahrung scharf gewürzt, sollte diese demnach nicht so schnell ansetzen. Zudem wirken Chilis entzündungshemmend, auch wenn es sich vielleicht im ersten Moment anders anfühlt.

Das in Chilis enthaltene Capsaicin hat übrigens laut einem Bericht von Cancer Research bei Versuchen mit Mäusen rund 80% der Prostata-Krebszellen „umgebracht“. Die mit Capsaicin behandelten Krebstumore waren nur noch etwa ein Fünftel so groß wie jene bei unbehandelten Mäusen.

„Capsaicin hatte eine tiefgreifende anti-proliferative Wirkung auf menschliche Prostatakrebszellen“, sagte Dr. Lehmann, MD, Ph.D. „Es verlangsamte dramatisch die Entwicklung von Prostata-Tumoren.“

Chili als Erste-Hilfe-Mittel

Chili kann aber auch noch viel mehr! Der amerikanische Botaniker und Buchautor John Christopher Raymond (1909-1983) hatte ein Patentrezept gegen Herzattacken. Wurde er diesbezüglich zu Patienten gerufen und waren diese noch handlungsfähig, gab er ihnen eine Tasse heißes Wasser mit einem darin aufgelösten Teelöffel Cayennepfeffer zu trinken. Binnen Minuten seien diese in jedem Fall wieder wohlauf gewesen.

Auch für äußere Wunden soll das Pulver aus der Cayenne-Chili hochwirksam sein. Einfach das Pulver (oder eine Tinktur mit etwas Wasser) auf die Wunde geben, und binnen 10 bis 15 Sekunden sollte die Blutung stoppen. Neben dem Stoppen der Blutung desinfiziert das Chilipulver zudem die Wunde. Überraschenderweise soll die Behandlung einer offenen Wunde mit Cayennepfeffer keinen brennenden Schmerz verursachen.

Hochwertiges Chilipulver bzw. Cayennepfeffer erhält man jedoch eher nicht in der Gewürzabteilung des Discounters. Guter Cayennepfeffer ist sehr viel schärfer als der handelsübliche (ca. 90.000 Scoville gegenüber 30 bis 50.000) und in Gewürzfachgeschäften oder Reformhäusern erhältlich.

Dennoch ist etwas Vorsicht geboten

Capsaicin regt die Verdauung an, steigert die Magensaftbildung und wirkt gefäßerweiternd. Ungeübte Esser können bei der Aufnahme extrem scharfer Chilis wie etwa der Bhut Jolokia oder der Habanero-Chili einen Schock oder Atembeschwerden erleiden oder gar bewusstlos werden.

In Europa sind die Menschen keine hohen Schärfegrade in der Nahrung gewohnt: In Mexiko oder Thailand werden täglich 25 bis 200 mg Capsaicindurch die Nahrung aufgenommen, in Deutschland nur rund 1,5 mg.

Reis oder Brot können gegen extreme Schmerzen durch die Schärfe helfen. Auch fettreiche Substanzen, wie etwa Speiseöl, können helfen. Milch und Milchprodukte wie Quark oder Joghurt oder Milcherzeugnisse wirken dem Schmerz ebenfalls entgegen. Wasser hingegen schafft kaum bis überhaupt keine Abhilfe.

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